Fachabitur – Vorstellung vs. (harte) Realität

Hallo meine Lieben!

Da ein paar von euch an meinen Erfahrungen mit der FOS und dem Fachabitur interessiert waren, dachte ich, packe ich das ganze Thema mal an und erkläre euch etwas über meine Fachoberschule, meine letzten zwei Jahre und meine (2 von insgesamt 3) Abschlussprüfungen.

Fachoberschule – Was ist das überhaupt?

Eine FOS, oder auch Fachoberschule genannt, ist eine Schule, auf welcher man sein Abitur nachholen/machen kann, wenn man nicht auf ein Gymnasium will oder mehr Praxis haben möchte. Dafür habe ich als Erstes meine Mittlere Reife gemacht und brauchte insgesamt 10 Notenpunkte in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch (also zum Beispiel Mathematik 3, Deutsch 3 und Englisch 2 = 8, waren zufälligerweise auch meine Ergebnisse). Man hat also die benötigten Notenpunkte, meldet sich an, bekommt die Bestätigung – soweit so gut.

Aber, auf einer Fachoberschule ist natürlich einiges anders, als bei einem Gymnasium.

  1. Man muss einen Zweig wählen und keine bestimmten Fächer (die man abwählen kann oder sonstiges). Bei mir gab es Technik, Wirtschaft und Sozial. Bei anderen Schulen gibt es teilweise auch Gestaltung, Gesundheitswesen oder auch Agrarwirtschaft.
  2. Man muss ein Praktikum absolvieren. Eigentlich sogar zwei. Bei mir im Sozialwesen war es ein Pflegepraktikum (mit 2-wöchigem Pflegekurs + anschließendem Test, der bestanden werden muss) und ein Erziehungspraktikum. Falls ihr zu meinen Praktikaerfahrungen mehr wissen wollt, lasst es mich wissen. Für jedes Praktikum muss man auch 2x im Halbjahr ein Portfolio erstellen, welches benotet wird.
  3. Du kannst wegen jedem Schrott fliegen oder musst die Klasse wiederholen (kein Witz). Hast du deine Praktikabewertung am Ende des Jahres nicht bestanden, darfst du nicht in die 12. Hast du zum ersten Halbjahresende in der 11. zwei 5er im Zeugnis darfst du nicht weitermachen. (Gilt natürlich standardmäßig auch am Ende des Schuljahres). In der 12. hat man es ein bisschen leichter aber in der 13. (ich denke mal gleich wie beim Gymnasium) beim nicht bestandenen Seminar (also 0p) hat man die 13. nicht geschafft.
  4. Man macht 2 mal seinen Abschluss sozusagen (ich sogar dreimal, wenn man die Realschulzeit mitrechnet). Der erste Abschluss ist in der 12. mit dem Fachabitur, welches ich schon hinter mir hab. Der zweite ist in der 13. Klasse, wobei man hier zwei Möglichkeiten hat. Einmal das fachgebundene Abitur ohne 2. Fremdsprache und das Allgemeine Abitur mit 2. Fremdsprache. Deswegen mache ich auch Spanisch.

So mir würden bestimmte noch ein paar Punkte einfallen aber ich denke die reichen erstmal um euch einen groben Einblick zu bieten.

 

Auf der FOS ist alles viel leichter! NEIN.

Viele Leute denken die FOS ist einfach und ein Abitur auf dem Gymnasium ist viel schwerer. Dazu muss ich sagen ich war nicht auf einem Gymnasium, aber die FOS ist alles andere als leicht. Wenn du auf der Realschule einen Schnitt von 1,5 hattest, wirst du dich auf der FOS erstmal ordentlich verschlechtern. Denn den ganzen Stoff, den du in – sagen wir mal – 4 Jahren auf dem Gymnasium lernst, wird dir hier in 2 Jahren beigebracht und vergesst nicht, dass ihr in der 11. Klasse nur jede 2. Woche die Schule besucht. Dadurch ist das Pensum an gelerntem Stoff innerhalb 2 Jahren ziemlich hoch. Die Themen werden nur kurz angesprochen und kaum fängt man mit einem Thema an, ist es auch schon vorbei und man beginnt mit einem Neuem. Vor allem wenn man Spanisch oder eine andere Fremdsprache lernt – um das Allgemeines Abitur zu bekommen. Unsere Lehrerin meinte wir sollten es schaffen auf ein B1-B2 Level zu kommen, und das innerhalb der 12. und 13. Klasse. Da wird schon ordentlich reingehauen. Zusätzlich kam bei mir dazu, dass ich Spanisch zu ziemlich ungelegenen Zeiten hatte. Dienstag mit 7+8 Stunde war noch ok, aber am Freitag hatten wir bis zur 6. Stunde den normalen Unterricht und danach 2 Freistunden, um danach in der 9+10 Stunde Spanisch zu haben. Dadurch geht viel Zeit verloren – heim fahren konnte ich nicht, denn mit dem Auto brauche ich 20 Minuten nach Hause und dementsprechend auch wieder hoch, folglich ist das schon mal nicht umsetzbar. Man kann natürlich auch in der Schule lernen, aber wer nimmt schon seine ganzen Bücher, Materialien für Fächer mit, die man an dem Tag nicht hat, nur um für die kommende Schulaufgabe zu lernen? Richtig! Die wenigsten. Natürlich wird das Abitur hier noch schwieriger, wenn man – wie vorher erwähnt – nicht seine Fächer wählen kann, in denen man gut ist. Man hat die Fächer die die Schule vorschreibt und kann nichts dran ändern (außer, dass man Spanisch dazu wählen kann). Natürlich möchte ich hier nicht bestreiten, dass es auf einem Gymnasium mega leicht ist aber man sollte sich mit den Aussagen „Jeder Idiot kann auf einer FOS sein Abi machen“ oder „FOS ist mega leicht, da muss man sich gar nicht anstrengen“ einfach ein bisschen zurückhalten, denn wir müssen mindestens genauso viel Arbeit in unsere schulischen Leistungen stecken, wie die Gymnasiasten. Man muss aber bedenken, jeder Schüler lernt anders. Klar gibt es bei mir auch so Spitzenkandidaten, die nicht viel lernen müssen und trotzdem ständig 15-13 Punkte schreiben, aber der Großteil strengt sich wirklich an. Natürlich, viele Schüler die auf der FOS sind kommen von der Realschule, aber es kommen auch einige nach der 10. am Gymnasium zur FOS und machen den Fehler mit Wirtschaft. Ich hätte Glück gehabt, hätte ich den Zweig gewählt, da ich meinen Abschluss in BWR schon hab und man auf der FOS komplett neu anfängt (logischerweise, kennen sich die vom Gymnasium da ja meist wenig mit aus). Dadurch wird es für sie aber sehr schwer, da sie Stoff zum Lernen haben – in 2 Jahren – den wir in der Realschule in 4 Jahren durchgemacht haben und es kommt ja letztendlich sogar noch mehr hinzu als ich hatte. Ich hoffe ich konnte einigen jetzt einen Einblick in die FOS vermitteln und das man das Ganze nicht auf die leichte Schulter nehmen soll. Lernen muss man auf jeder Schule.

 

Meine 2. Abschlussprüfungen

Ja was meine ich denn damit? 2 von 3 geschrieben? Damit meine ich die allgemeinen Prüfungen, die ich schon hinter mir habe. Die ersten habe ich in der Realschule hinter mich gebracht. Die zweiten dieses Jahr für das Fachabitur. Nächstes Jahr kommt dann das Allgemeine Abitur dran und dann bin ich endlich fertig – zumindest mit Schule. Zu den einzelnen Prüfungen werde ich jetzt nicht viel schreiben, weil viel anfangen könnt ihr damit nicht – es ist ja schon vorbei. Außerdem habe ich auf Instagram für jede Abschlussprüfung einen kleinen Post verfasst, wie es mir ging. Was ich euch aber erzähle ist:

  • Wann sollte man am Besten anfangen?
  • Wie habe ich gelernt?
  • Hat meine Lernmethode funktioniert?

Zum Ersten: Ab Beginn der 11. Klasse. Leute wenn ihr euch dazu entscheidet auf die FOS zu gehen, dann versucht einfach mal – wenn es in der vorherigen Schule nicht geklappt hat – einen Neustart. Selbst in Mathematik wird zunächst vieles von Gleichungen wiederholt und man versteht die Themen (12. Klasse) danach mit Sicherheit leichter, wenn man von Anfang an mitmacht. Macht nicht den gleichen Fehler wie ich. Ich hab die Schule nicht wirklich ernst genommen in der 11. Klasse, obwohl ich schon lange wusste, dass ich Medizin studieren möchte, aber jetzt in der 12. Klasse habe ich gemerkt was das für ein Fehler war. Ich kam nicht mehr mit – vor allem nicht in Mathematik – und habe überwiegend schlechte Noten geschrieben. In die 13. Klasse bin ich jetzt mit 88 Punkten von 85 benötigten reingekommen, also ziemlich knapp. Ich persönlich habe mir jetzt vorgenommen in den Ferien, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, den gesamten Stoff aufzuarbeiten und zu wiederholen. Dies bezüglich erstelle ich momentan auch einen Lernplan der die gesamten Ferien bedeckt, mir aber noch Freizeit und Zeit für das Seminar lässt.

Wie habe ich mich vorbereitet? Ja ganz ehrlich? Nicht wirklich viel, was rückblickend der größte Fehler meines Lebens war. Ich möchte hier jetzt auch niemandem was vorlügen und sagen: „Ist nicht meine Schuld ich habe genug dafür gemacht!“, denn so war es schließlich nicht. Naja für Pädagogik/Psychologie und Deutsch zumindest. Bei beiden hab ich nicht viel gelernt – und ich weiß selbst nicht mal wieso! Ich hab in Deutsch teilweise nichts vorbereitet, weil ich dachte es kommt auf den Text an. Das einzige was ich dort gelernt habe, waren rhetorische Mittel. Pädagogik und Psychologie habe ich mir die Themen angeschaut, aber einfach nicht genug und das weiß ich auch selbst – ich brauche mich also nicht über meinen „Blackout“ wundern. In Englisch habe ich 2-3 alte Abschlussprüfungen gemacht (10 Punkte sind rausgekommen) und in Mathe hab ich wirklich ziemlich viel gemacht, aber da hab ich einfach nichts verstanden. Der Zusammenhang der Aufgaben war für mich einfach unergründlich. Zumindest hab ich daraus gelernt: Nächstes Jahr wird das Ganze sehr viel anders ablaufen – dass könnt ihr mir glauben.

Ja meine Lernmethode war (zumindest Mathe und Englisch) einfach Abschlussprüfungen aus den Vorjahren zu machen. Außerdem hat uns unser Mathematiklehrer einiges an Stoff zusätzlich gegeben, damit wir genug üben konnten. Geübt hab ich – wie oben schon angesprochen – in Mathematik wirklich viel und einzelne Aufgaben habe ich auch immer ganz gut verstanden, aber in der Abschlussprüfung war ich einfach ein bisschen überfordert. Ich habe wie gesagt nur Einzelaufgaben verstanden aber ganze „Aufgabenblöcke“ waren einfach schwer für mich. Ich möchte hier aber auch nicht versuchen meine Fehler schön zu reden, demnächst werde ich einfach mein Bestes geben, meine Strategie ändern – genug Lernmethoden kenne ich ja schon –  und auch meine Denkweise ein bisschen verändern.

 

Das war es dann auch schon wieder!

Ich hoffe der Post hat euch gefallen. Falls ihr separate Einträge von den Praktika haben wollte, gebt einfach Bescheid (hier oder auf Instagram)

Damit verabschiede ich mich und bis zum nächsten Mal!

 

 

 

 

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